Wissend is the new sexy.

Kategorie: Aus dem Nähkästchen

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Luise hat ja schon letzte Woche über gute Vorsätze geschrieben. Als erster Artikel des neuen Jahres liegt es natürlich nahe ebenfalls ein wenig in die Zukunft zu schauen. Witzigerweise habe ich, aufgeklärt und vernunftbegabt wie ich meistens bin, trotzdem jedes Jahr wieder ein Gefühl der Absolution, wenn der Kalender zurück auf den ersten Januar gedreht wird. Wie eine neue Chance Fehler des vergangenen Jahres noch mal zu überdenken und es im neuen Jahr besser zu machen. Ein bißchen wie früher, wenn nach den großen Ferien ein neues Schuljahr begann mit all den neuen und unberührten Heften und dem festen Vorsatz es diesmal ordentlicher zu füllen. Mein Thema ist daher Neuanfang kombiniert mit Reflexion. Ich habe am 27.12. begonnen diesen Artikel zu schreiben, während das alte Jahr in einem dichter werdenden Nebel aus verblassenden Erinnerungen verschwindet und das neue Jahr – wie bei einem Caspar David Friedrich Gemälde – bereits die ersten Sonnenstrahlen durch den Dunst schickt.

Verständlichkeit – Relevanz – Vergnügen und Respekt. Mein Erfolgsrezept für Wissensvermittlung

Ich war eingeladen bei Vizthink Rheinmain über meine Erfahrungen rund um das Thema Wissensvermittlung zu sprechen. Wenn so eine Anfrage im Raum steht, mache ich mir viele Gedanken. Das Wichtigste ist mir immer, dass die Zuhörenden etwas mitnehmen, das hilft oder zumindest ein Denkanstoß ist. Also habe ich angefangen wild meine Ideen und Gedanken auf zu schreiben um sie anschließend zu sortieren. Das funktioniert stets sehr gut bei mir. Was dabei heraus gekommen ist, möchte ich gerne mal hier teilen:

Rätsel über Rätsel

Als ich noch meinen VHS-Kurs unterrichtet habe, war ich es irgendwann nach dem dritten Durchgang leid nach 5 Semestern automatisch in die Steinzeit und zu den Anfängen der Kunst zurück zu düsen. Ab da gab es dann nur noch „Mittwoch mit Kunst“ und die Teilnehmenden mussten mit meiner Themenwahl klar kommen. Eine Tarotkartenlegerin hat mir, als ich 14 war, bei einem Mittelaltermarkt die Karten gelegt und unter anderem gesagt, dass ich herrschsüchtige Tendenzen habe. In dem Kurs konnte ich das dann endlich mal ausleben. Ein Thema, das sehr beliebt war und wovon die Leute immer wieder gesprochen haben, war „Rätsel in der Kunst“. Als ich vor kurzem mal meine Berge von Papier sortiert habe, ist mir das Handout von dem Kurs in die Hände gefallen und ab da haben sich meine Gedanken immer mal wieder mit dem Thema Rätsel beschäftigt.

Lebenslanges Lesen – ein Fass ohne Boden – oder warum ich gerade ob der Endlichkeit der Zeit mächtig frustriert bin.

Ihr werdet es merken – ich bin gerade grummelig. Also so richtig tief seufzend, laut durch die Nase ausatmend schlecht drauf. Die Ursache dieser Unzufriedenheit mit dem Leben als solchem ist ein Stapel Bücher. Eigentlich sind es sogar zwei Stapel. Ein physischer hier in Zehn Vorne (wie ich unser großes Zimmer im Studio getauft habe) und ein digitaler mit dem Titel Buchwunschliste als Datei auf meinem Rechner.
Ich habe schon als Kind offensichtlich meine ganz persönliche Büchse der Pandora geöffnet, als ich unbedingt alle Bände von Trixie Belden und Geheimnis um… von den Drei Fragezeichen gar nicht erst zu schreiben – haben wollte und nun bin ich gefangen in einer Sucht nach papierenen und zwischen zwei Buchdeckel gepackten Wunderwerken der Druckkunst und einer wahnsinnigen Gier nach immer mehr coolen Büchern von faszinierenden Menschen mit Leben, Worten und Liebe gefüllt. Bücher voller fesselnder Geschichten, interessanten Infos oder einfach nur grandioser Bilder. Ich finde sogar Kochbücher spannend und Comics und Atlanten sowieso und wenn ich Kinderbücher in die Finger bekomme und Bastelbücher und…. AAAAHHHH.

Surfen auf dem Ozean des Wissens – oder Was Jurassic Park III, die älteste Papiermühle Deutschlands, die Geschichte der Forstwirtschaft, eines der frühesten Porträtgemälde und die vom Teufel geschaffene Antiwelt mit einander zu tun haben…

Ich bin noch nie wirklich auf Wellen im Wasser gesurft. Nach einer traumatischen Wasserski-Begebenheit in Kindertagen, zieht es mich auch nicht wirklich zu dieser Aktion. Aber ich bin Weltmeisterin im … TADA: vernetzten Wissenssurfen. Von der wunderbaren Doro Ottermann habe ich nämlich gelernt, dass es wichtig ist, einen guten Namen für etwas zu finden und schon wird es ernst genommen.

Tatsächlich ist es so, dass ich beim surfenden Nachschlagen im Internet konkurrenzlose Meisterin der ultimativ krassesten Suchverläufe bin. Ein Beispiel gefällig?

Ach, da habe ich auch schon mal was drüber gehört – meine ich zumindest

Aktives und passives Wissen und wie es mich zum Grübeln bringt

In meinem Leben gibt es immer wieder Momente, wo ich mit dem Unterschied zwischen aktivem und passivem Wissen konfrontiert wurde.

Früher, in einem gefühlt anderen Leben, habe ich viele Jahre lang einen Kurs an der Volkshochschule unterrichtet. Die Geschichte der Kunst – von der Höhlenmalerei bis in die Gegenwart. Dabei habe ich einiges von dem Wissen aus meinem Studium eingebaut (ich habe ja unter anderem Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte studiert) aber den Schwerpunkt im jeweiligen Zeitalter immer auf die Sachen gelegt, die ich besonders spannend fand. Der Kurs war immens beliebt und hat mir und offensichtlich auch den Teilnehmenden immer viel Spaß gemacht. Im allerersten Kurs anno 2003, dachte ich, dass es eine total tolle Idee ist, am Ende von dem 12 Wochen dauernden Kurs eine kleine Abfrage zu machen, die etwas aus jeder Stunde aufnimmt.

Auf der Jagd nach dem perfekten System – Zettelkasten, Post-it, Karteikarten, Pinnwand

In den letzten beiden Wochen ging es ja viel um Zettelkästen und Ordnungssysteme – analog wie digital – wo wir unser Wissen sammeln, vernetzen und wiederfinden, ergänzen, erneut entdecken und bei Bedarf auch wieder heraus nehmen können. Was mich dazu gebracht mir mal wieder die Frage zu stellen: Bin ich mit meiner Methode zufrieden oder könnte ich da was ändern?

Hier die Antwort. Im Laufe vieler Jahre des Umgangs mit unterschiedlichstem Wissen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für mich nicht das EINE SYSTEM gibt, sondern, dass ich je nach Bedarf unterschiedliche Werkzeuge nutze. Das ist eine Entwicklung, die bereits zu Schulzeiten angefangen hat und inzwischen zumindest für den Moment abgeschlossen scheint. Also wie sieht das konkret aus?

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