Wissend is the new sexy.

Kategorie: Aus dem Nähkästchen Seite 1 von 2

Denken mit den Händen oder Ohne Denken mit den Händen etwas produzieren

Ich bastel gerne, bin aber nicht sonderlich präzise. Will heißen, wenn etwas exakt werden muss, ist es eher nichts für mich. Andererseits finde ich es aber sehr entspannend einfach nur stupide zu falten oder zu schneiden, anstatt mir meinen Kopf zu zerbrechen, wie ich ein Bildsymbol für eine komplexe Angelegenheit finde. Nun habe ich zwei Probleme beim Basteln.

Aus den Augen aus dem Sinn…

Heute teile ich mal wieder eine Beobachtung. Bei Filmen und Musik bin ich seit einigen Jahren komplett auf Streaming umgestiegen, wohingegen ich das bei Büchern nicht schaffe. Da müssen es, wie ja schon mehrfach erwähnt, die Papierversionen sein. Außer bei Krimis und Schmonzetten, die dürfen E-Book sein, da ich die einfach auch inhaliere. Früher habe ich ohne Ende DVD Boxen meiner Lieblingsserien gekauft und auch jede CD, die ich auch nur ansatzweise gut fand. Und Musik ist mir sehr wichtig und ich höre sie gerne und viel. Doch dann mit den Streamingangeboten und den nicht günstiger werden wollenden CD und DVD Preisen, war dann irgendwann ziemlich abrupt Schluss mit den silbernen Scheiben. Ich habe in den letzten 4 Jahren maximal 10 CDs gekauft, aber viele Alben neu entdeckt, die ich aber eben digital konsumiere.

Umsetzungsstark bis 90% oder warum bin ich eine Fertigstellungsniete?

Kennst du das auch, da arbeitest du mit Feuereifer an einer Sache und dann, wenn es fast fertig ist, verlässt dich irgendwie die Lust daran bzw. die Energie fällt schlagartig auf das Niveau einer Taschenlampen-Batterie am Ende der Nachtwanderung ab. Eigentlich sind nur noch ein paar letzte Handgriffe zu erledigen, aber es bleibt liegen und liegen und setzt Staub an und bleibt, begraben unter diversen 10% von anderen fast fertigen Sachen noch viel länger liegen.

Working 9 to 5

Super jetzt habe ich mir selbst einen Ohrwurm verpasst. Eigentlich soll es aber nicht um Ohrwürmer in diesem Artikel gehen, sondern um Arbeitszeiten.

Als ich angefangen habe im kreativen Bereich zu arbeiten, habe ich viel Grafik Design gemacht und die meisten Aufträge waren sehr kurzfristig fertig zu stellen. Das hat dazu geführt, dass ich sehr viele Bücher und Blogs gelesen habe, in denen es darum ging wie man – quasi auf Knopfdruck – Kreativität abrufen kann und Ideen bekommt. Eine Empfehlung aus dieser Zeit ist das Buch „A technique for producing ideas“ von James Webb Young. Erstmals publiziert vor fast 100 Jahren und in den 60ern als Buch veröffentlicht, bringt es kurz und knapp den typischen Prozess auf den Punkt, wie man eine Idee bekommt. Erstens sagt er, dass jede neue Idee nur die Kombination bereits bekannter Ideen oder alter Ideen ist. Neben vielen anderen Erkenntnissen wie dieser, teilt er aber auch seine Methode eine Idee zu bekommen:

5 Schritte sind dafür nötig und tatsächlich verhält es sich ganz oft bei mir genauso:

  1. Sammel alles an Informationen, die du brauchst um das Thema und deinen Arbeitsauftrag zu verstehen
  2. Filtere und sortiere diese gesammelten Schätze – Prioritäten bilden
  3. Mach etwas komplett anderes – geh spazieren, duschen oder schau einen Film
  4. Heureka die Idee ist da
  5. Gibt deine „new born baby idea“ der Kritik von anderen preis und schau ob du und deine Idee das überleben 🙂 Also wie anwendungsfreundlich bzw. nutzerfreundlich ist das Ganze.

Klingt auf dem Papier recht einfach. Doch wie kann man das in seinen täglichen Arbeitsrhythmus einbauen? Die Antwort ist: Ich arbeite nicht 9 to 5 sondern eher 9 to 9 oder in meinem Fall eher von 10 bis 1 Uhr morgens und ich mache mehrere längere Pausen.

Einer der wunderbaren Vorteile des Selbständigseins ist ja die völlig autonome Zeiteinteilung. Der eigene Biorhythmus jubiliert und als „Kreativarbeitende“ habe ich auch von Kundenseite sehr viel Verständnis, dass ich andere Arbeitszeiten habe, als Behörden oder die klassischen Kernarbeitszeiten deutscher Unternehmen. Im Homeoffice vor vielen Jahren habe ich das schon gemerkt, dass ich morgens eigentlich sehr gut nervige Dinge wegarbeiten kann, dann eine Phase habe, um Kraft zu sammeln für die nächsten Aufgaben und eine sehr produktive Phase zwischen 22 Uhr und 1 Uhr morgens habe, wo alles still ist, keine Mails rein kommen oder mein Telefon klingelt. Dafür mache ich aber auch teilweise 3 stündige Pausen, in denen ich lese, spiele oder tatsächlich mal einen Film schaue.

Wenn ich das nun reflektiere, merke ich, dass das quasi ein tägliches Durchleben der 5 Schritte von James Webb Young ist. Inklusive Schritt 3 – mach was komplett anderes. Und ich merke, das funktioniert für mich sehr gut. Das liegt aber sicherlich daran, dass ich erstens eine sehr schöne inspirierende Arbeitsumgebung habe und zweitens einen Job, der mich meistens mit Energie füllt, statt mir welche zu rauben. Außerdem bin ich eine Eule und kann sehr gut in der Nacht arbeiten.

Hinzu kommt auch noch der Erfolg der Methode. Wenn ich tatsächlich mit einem Entwurf hänge, eine Pause mache und dann wieder an den Arbeitstisch gehe, kommt sehr oft eine komplett neue Idee und die ist es dann.

Wichtig ist aber auch und das habe ich in drei Jahren Homeoffice am Anfang meiner Selbständigkeit gemerkt, eine räumliche Trennung von Arbeits- und Privatleben zu haben. Und zu Hause tatsächlich nicht mehr zu arbeiten sondern nur noch privat zu sein.

Die Vorstellung wieder in einem Unternehmen beschäftigt zu sein, mit dieser berühmt berüchtigten 8 Stunden inklusive kleiner Pausen Arbeitszeit, würde für mich nicht mehr produktiv funktionieren.

Wie sieht es bei dir aus? Hattest du schon mal die Möglichkeit völlig frei zu entscheiden, wann du wie lange arbeitest?

p.s. falls du auch durch den Titel auch einen Ohrwurm hast: Hier geht’s zum Lied mit komplettem Text la la la 🙂 und das Bild von Paris stammt von Andri Wyss.

Sommer-Leselisten

Sommerpause! Auf dem Blog. Wir sammeln Ideen, schreiben Artikel und werkeln vor uns hin. Im September könnt ihr auf dem Blog wieder mit neuen Artikeln, Empfehlungen und Gedankensprüngen rechnen. Was wir in der Zeit machen? Unter anderem werden wir lesen. Was genau? Das verraten wir Euch heute mit unseren Sommer-Leselisten.

Geliebte Objekte oder bin ich ein Messi und was wäre wenn es brennt?

Ab und zu bekomme ich einen Rappel und dann will ich ausmisten und aufräumen. Ich habe definitiv zu viele Sachen. Ich horte Unmengen von Stiften, Notizbüchern, Bücher und vor allem Krimskrams. Also habe ich mich in der vergangenen Woche dran gemacht, das Chaos zu sichten und mich wirklich von allem zu trennen, was nicht überlebensnotwendig ist. So total Marie Kondo mäßig. Am Ende reichen ja 5 Bücher und ein Stift, sagt sie doch, oder?

Vom Networken und Netchillen – eine Odyssee mit Happy End

Wenn man sich selbständig macht, ist einer der Ratschläge, der von allen Seiten kommt, sich zu vernetzen und sich zu zeigen. Das ist in Corona-Zeiten natürlich leichter gesagt als getan. Ich habe mich daran gewöhnt, dass man sich online trifft und während vor Corona mein Leben zu einem guten Anteil aus Reisen und Zug fahren bestand, ist die Aussicht mein wunderbares Büro zu verlassen heute überhaupt nicht verführerisch. Hinzu kommt, dass ich mit zunehmender Erfahrung immer kritischer werde, was Netzwerke betrifft. Von wegen Quality time und so. Die richtige Wahl ist nämlich gar nicht so einfach. Ich teile hier mal mit Euch, was meine Beobachtungen und Erfahrungen so sind.

Perfektionismus für Fortgeschrittene

Warum kann der Perfektionismus nicht einfach mal in der Cafeteria warten?

Ich zocke ergo sum

Vor einiger Zeit war ich als Gast bei einer Veranstaltung geladen, die jungen Menschen das Thema Selbständigkeit und Gründung näher bringen sollte. Es war eine komplette Projektwoche, organisiert von der HAWK in der es um Ideation, Design Thinking und vielerlei mehr ging. Das Ziel war eigene Ideen für eine Selbständigkeit auszuarbeiten und sich mit anderen darüber auszutauschen. Ich war als Beispiel für eine erfolgreiche Unternehmerin im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft dazu gebeten worden und erzählte ein wenig über meinen Werdegang und über mein Leben und meine Arbeit als Selbständige. Eine Frage aus dem Publikum war: Was machst du, wenn du eine Kreativitätsblockade hast? Ich antwortete wahrheitsgemäß: „Ich zocke.“

Der Hype und ich

Es gibt gefühlt andauernd irgendwelche Dinge, um die ein großer Hype gemacht wird. Meistens Bücher, Musik, Sendungen im Fernsehen oder auch Personen des öffentlichen Lebens. In den meisten Fällen finde ich das eher abschreckend, als dass es mich dazu bringt mich näher mit etwas zu beschäftigen. Aber manchmal folge ich dem Ruf der Sensation und bin nicht selten sehr enttäuscht. Ich habe mich mal gefragt warum ist das so? Also habe ich mal ein paar Hypes rausgesucht und sie und mich beleuchtet.

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