Wissend is the new sexy.

Autor: Luise Wolf Seite 1 von 4

BUCH DER WOCHE Nr. 48: Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr

Das Buch ist Anschluss-Literatur*. Gesehen hatte ich es schon im Buchhandel und die Haptik des Covers erinnerte mich an Alte Sorten von Ewald Arenz. Der Dumont Verlag hat da ein paar hübsche Bücher mit einer Leinwand-ähnlichen Struktur herausgegeben. Den Impuls das Buch zu lesen, hatte ich dann durch diese Rezensionen, die auf dem Rücken anderer Bücher stehen, dieses “Oh wow, ein besseres Buch habe ich niemals gelesen – Irgend eine berühmte Person oder Zeitschrift”. In diesem Fall stand dieser Kommentar auf der Internetseite zur Vorstellung des Buches “Offene See”, welches ich hier bereits vorgestellt habe und sehr mochte:

Ein intensiver und bewegender Roman, der an J. L. Carrs ›Ein Monat auf dem Land‹ denken lässt.« The Guardian

Also war ich neugierig, bestellte das Buch in der Lieblingsbuchhandlung und schmunzelte beim Abholen, weil ich das Buch ja schon mal in der Hand gehalten hatte. 

BUCH DER WOCHE Nr 46 : Aber Töchter sind wir für immer von Christiane Wünsche

In die Rolle des Kindes werden wir hineingeboren. Wir sind Töchter und Söhne von Anfang an. Die ersten Bindungspersonen sind die prägendsten und wichtigsten Menschen für eine lange Zeit unseres Lebens. Dabei wirken sich Lebenserfahrungen unserer Eltern auch auf uns aus, auch wenn wir diese selbst nicht miterlebt haben. Christiane Wünsche zeichnet in “Aber Töchter sind wir für immer” ein zartes Soziogramm einer Familie. Im Wechsel zwischen den verschiedenen Sichtweisen und einer allwissenden Erzählperspektive wird das feine Netz der Familiäre und soziale Dynamiken sichtbar. 

Lieber Youtube-Videos statt Schwimmkurs

Yoga fällt gerade aus. Also brauche ich etwas anderes zum Ausgleich meiner Schreibtischtätigkeit. Der Bruder meinte mal “Geh doch schwimmen, ist gut für den Rücken und schont die Gelenke”. Hört sich an wie eine Empfehlung für ältere Menschen. Ich bin dem Rat trotzdem eine Zeit lang gefolgt. Dann versandete die Gewohnheit in geschlossenen Schwimmbädern unter Corona. Jetzt fällt also Yoga aus und mir fiel wieder ein, dass ich eigentlich ganz gerne schwimmen ging.

BUCH DER WOCHE Nr. 44: Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

Wenn Bücher zu Filmen werden, dann scheiden sich oft die Geister. Häufig sehen Charaktere, Umgebungen und Stimmungen in der eigenen Fantasie anders aus, als die filmische Umsetzung. Manchmal schaffen die eigenen Vorstellungen neben dem Film zu stehen, in anderen Fällen passt es einfach nicht.

Tempo. Tempo. Geschwindigkeit beim Lesen.

In der Schule habe ich es gehasst, wenn wir im (Deutsch-)Unterricht reihum laut einen Absatz vorlesen mussten. Ich war so aufgeregt, hatte Angst etwas falsch zu machen, dass ich mich erst recht verhaspelte, ins Stottern geriet und alle Buchstaben zu einer einzigen grauen Masse verschwammen. Und im Kontrast dazu, wenn ich nicht musste, habe ich eine Pferde-Geschichte nach der anderen weggeatmet. Habe mein Taschengeld eisern zusammengehalten, damit ich mir den nächsten Band von “Sommer auf dem Ponyhof” (oder wie auch immer die Bücherreihe hieß, meist ein schwarzes Pferd auf dem Cover, falls jemensch Tipps dazu hat, ich freue mich 🙂 ) kaufen konnte. Später kamen dann die dicken Harry-Potter-Wälzer, Eragon der Drachenreiter und auch Klassiker wie Bambi oder Unten am Fluss dazu.

BUCH DER WOCHE Nr. 41: Das Leuchten im Grenzland von Pirmin Beeler

Dieses Buch stand auf keiner Liste und ich hatte es kein bisschen auf dem Schirm. Bilderbücher und Graphic Novels passieren bei mir wahrscheinlich eher, als dass ich gezielt nach ihnen suche. Ich stöberte durch einen Comicladen, auf der Suche nach einem schönen Geschenk und da stand es, ganz am Rand eines Regals. Fast versteckt. Das Weiche der verflossenen, gedeckten Aquarellfarben und die harten Kanten der groben Zeichnung fing meinen Blick.

Wenn Obst, Gemüse und Zahlen durcheinander tanzen

Samstag ist Markttag. Für mich gibt es einen festen Obst- und Gemüsestand an dem Kräuter, Spargel oder was auch immer gerade Saison hat, gekauft werden. Ich hege einfach Sympathien für den jungen Mann, der dort immer noch mal eine Orange oder Banane oben drauf legt. Seit einigen Wochen wird ein neuer Mitarbeiter angelernt, er wiegt sorgfältig die Waren, nuschelt Zahlen, hält immer wieder inne und geht alle Preise noch einmal im Kopf durch. Ich merke seine Unruhe während er im Kopf alle Summen addiert.

BUCH DER WOCHE Nr. 38: Am Montag werden sie uns lieben von Najat El Hachmi

Am Montag werden sie uns lieben ist ein Roman über Sehnsucht. Über den Wunsch das eigene Leben selbst zu bestimmen und zu gestalten. Das Buch gibt Einblick in eine Lebensrealität, die mir fremd und doch bekannt vor kommt. Die Protagonistin berichtet über ihr Erwachsen werden im Spannungsfeld zwischen Erwartungen verschiedener Kulturen, sozialen Klassen, Bildungsschichten und Rassismus.

BUCH DER WOCHE Nr. 34: Offene See von Benjamin Meyers

Das Buch der Woche ist eine Geschichte über die Möglichkeitsräume, die abgelegte Erwartungen schaffen. Festgeschriebene Erwartungen an Bildungswege, die durchbrochen werden können: weil es den Raum dafür gibt. Der Roman “Offene See” ist gefüllt von schweren Themen, wie psychischen Erkrankungen, Suizid, dem zweiten Weltkrieg, Nationalsozialismus, Armut und gleichzeitig voll mit Leichtigkeit und vibrierenden Bildern der britischen Landschaft. In dieser Bildungsgeschichte geht es um freie Entfaltung, neue Lebensentwürfe und eine damals unwirkliche Bildungskarriere. Durch den Zuspruch und Enthusiasmus einer Zufalls- vielleicht eher Schicksalsbekanntschaft. 

Event-Bericht: BitKom Bildungskonferenz 2022

Vorne weg und ganz ehrlich: vielleicht liegt es nicht an dir, vielleicht liegt es an mir. Eventuell bin ich von einem Schwung Barcamps, Meetups und Community-Treffen so verwöhnt, dass ich in Konferenzen nicht mehr rein passe. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ich den wertschätzenden und offenen Austausch mit tatsächlich Interessierten und Beschäftigten in den jeweiligen Bereichen mit so viel Mehrwert verbinde, dass es mir nun einfach schwer fällt einem Vorstand oder Geschäftsführer bei seinem irgendwo abgelesenen Monolog zuzuhören. Es besteht die Möglichkeit, dass ich an Tag zwei etwas wütend bin, dass über die Möglichkeiten und Innovationen der Digitalisierung in der Bildung gesprochen werden soll und dass innerhalb einer staubigen eins zu eins ins Digitale übersetzte Konferenz stattfinden soll.
Wie gesagt, vielleicht liegt es an mir und nicht an dir, liebe BitKom Bildungskonferenz 2022.

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