Wissend is the new sexy.

Autor: Katherina Buettner Seite 1 von 4

Bewusst machen statt „einfach machen“

Ich liebe es, wenn sich Trainingsprinzipien aufs Leben übertragen. Heute geht es um bewusstes und zielgerechtes (engl.: „intentional“) Trainieren und wie sich das vom Fitnessstudio (CrossFit-Box, Krav maga Gym oder Dojo) in den Berufsalltag oder auf eine beliebige Fähigkeit übertragen lässt… dazu muss ich ein wenig ausholen und den Unterschied zwischen trainieren (engl.: „Training“) und üben (engl.: „Practice“) etwas aufschlüsseln (unten habe ich ein Glossar angelegt).

Tanja, Marcus, Luise und Kathe‘s 2022 und Ausblick auf 2023

Wir blicken zurück auf sage und schreibe 77 Artikel auf unserem Blog, 1 frühe Eulen Meetup und haben unseren Newsletter gelauncht und 2x verschickt. Wir schauen zurück und blicken voraus.

Dauerbeschallung und der Affenzirkus im Kopf oder: Gebe ich Mediation noch eine Chance?

Dauerbeschallung

Ein ganz normaler Tag: Der Wecker klingelt, ich checke Mails und Social Media. Beim Zähneputzen und Kaffeekochen läuft der Nachrichten-Podcast (meine Version des Frühstücksfernsehens), dann ab an die Projekte (dabei läuft in der Regel Musik). Mittagspause? In Gesellschaft oder beim Lesen, Podcast oder YouTube (diesmal vielleicht nicht Nachrichten, sondern was Lehrreiches) …weiter an den Rechner, zum Training, zum Job, oder ins Gym Training geben (auf dem Weg gibts natürlich auch was auf die Ohren), danach zum späten Abendessen in Gesellschaft oder ne Folge Star Trek und ab ins Bett, lesen und dann Podcast zum Einschlafen. Ist noch jemand hier, der ständig Input hat (braucht/sucht) und so gut wie nie einfach aus dem Fenster schaut und den Gedanken freien lauf lässt (lassen kann/will)?

Der Affenzirkus in meinem Kopf

Ich jedenfalls halte das Nichtstun, ganz ohne Reize von außen, ganz ohne fokussiert oder im Flow zu arbeiten, nur schlecht aus. Das ist mir neulich aufgefallen, als es in Ben Bergerons’ Podcast Chasing Excellence um Meditation ging. Meditation soll viele Vorteile haben, den Geist stärken/formen, mentale Gesundheit bringen. Meinem Selbstoptimierungszwang unterlegen, habe ich diverse Apps und Youtubechannels zur Meditation getestet oder auch einfach einen Wecker auf 5 Minuten gestellt. Der Horror. Mit geführten Meditationen, die im Grunde immer eine Form von „Traumreise“ sind, kann ich nichts anfangen. Und wenn ich einfach nur meinen Gedanken i.e. einem lauten Gewusel aus vergangenen Gesprächen, aktuellen Projekten, und Ideen für die Zukunft freien lauf lasse, mache ich ja was falsch, oder? „So ein Mist!“, dachte ich immer, schmiss hin und widmete mich wieder irgendeiner Aktivität.

Jetzt weiß ich: Ich habe falsch und richtig gedacht. Richtig war, den Gedanken freien Lauf zu lassen. Falsch war, den Affenzirkus zu verurteilen.

Meditieren ist nicht das was ich dachte

Ben Bergeron sagt in dieser Folge (ab Minute 12:10) der Sinn der Meditation sei nicht Nichts zu denken, sondern sich den Gedanken bewusst zu werden, sich beim Denken zu beobachten, Gefühle völlig wertfrei zuzulassen und vorbeiziehen zu lassen. Bewusst zu merken, und auszuhalten, wenn zum Beispiel Frust, Genervtheit, vielleicht sogar Stress aufploppen, weil die Gedanken an einen ungeliebten Ort wandern. Wichtig sei, das alles aber einfach nur hinzunehmen, nachzufühlen, ohne Urteil aufzunehmen: „Ah, interessant, Thema x löst also Emotion y aus, okay“. Mit ein bisschen Routine wird der Affenzirkus also vielleicht immer leiser, sortierter… Das Ziel, laut Bergeron, sei ja nicht, ein besserer Meditierender zu werden (natürlich gebe es immer bessere und schlechtere Tage). Stark abgekürzt sagt er, könne man im besten Falle innehalten, wenn man im Alltag getriggert wird, es augenblicklich wahrnehmen und die Reiz-Reaktionskette unterbrechen.

Ich habe hier schon häufiger über Gewohnheiten aufbauen geschrieben – vielleicht gebe ich dem bewussten und wertfreien Nichtstun, dass ich jetzt Meditieren nennen darf und mein Selbstoptimierungsdrang befriedigt, noch mal ne Chance. Wer macht mit?

Bild von Saydung89 auf pixelpec

Fundstück der Woche: Be my eyes

Neulich telefonierte ich mit meinem Bruder als es klingelte – nicht an der Tür, sein Handy klingelte in einem ihm unbekannten Ton – 2 mal, dann war es weg: Das, erklärte mir, war sein erster Anruf von Be my Eyes! – Einer Plattform bei der Sehende Blinden oder Sehbehinderten ihre Augen leihen können. Wiebitte was?

Who the f**k ist Allgemeinwissen oder: Was ich in der Schule gerne gelernt hätte

Ich gebe es zu: Will eine Person mit mir Trivial Pursuit spielen, bekomme ich Schweißausbrüche. Ich bin darin nicht gut, denn ich empfinde mein Allgemeinwissen als recht beschränkt. Nun Frage ich mich: Wer sagt eigentlich, was zum Allgemeinwissen gehört? Beziehungsweise: Welche Kriterien werden hier angesetzt?

Am Ende der Sommerleseliste – Kathe’s Sommer

Mir geht es ja ähnlich wie Luise, zumindest haben sich bei mir auch weitere Bücher reingemogelt, dafür bin ich beim letzten noch nicht ganz durch, ein anderes habe ich nur angefangen. Hier ein schneller Überblick über Gelerntes, Gelesenes und Erlebtes (kleine Triggerwarnung vorab – wer Gewalt und Tod heute ausklammern möchte lässt einfach die durch ***TW eingeklammerten Teile aus):

BUCH DER WOCHE #47: Creative Confidence – Unleashing the Creative Potential within us all von Tom und David Kelley

„…then he joined the design world and discovered there was more fun to be had coloring outside the lines“

Ich glaube fast jeder Mensch erinnert sich an diesen Moment, wo wir von einer Lehrkraft oder anderen Schulkindern soetwas hören wie „das ist aber häßlich“ oder „was soll das denn bitte sein?“, diesen Klirsch-moment, in dem das unbeschwerte Zeichnen, Basteln und Bauen aufhört und sich dieser Glaubenssatz „ich bin nicht kreativ“ einschleicht, aufbaut und zur self-fullfilling phrophecy wird …aus Angst wieder beurteilt und für schlecht befunden zu werden landen die Liebingsstifte, Papier und Knetmasse in der Ecke und verstauben. Bis man dieses Buch liest.

Planen ist einfach und gut, nur Tun ist schwer! Warum nur?

Es ist ein ganz normaler Sonntag – ich lasse mich vom Frühstück auf die Couch treiben – telefoniere, daddele auf Instagram. Im Kopf gehe ich die nächste Woche durch und sortiere To Dos, nehme mir vor zu trainieren und ein bisschen mehr auf meine Ernährung zu achten, und wirklich effizient meine Projekte zu erledigen und weniger aufs Handy zu schauen, auch zeitig aufzustehen um schon morgens ein wenig zu stretchen. Vielleicht sogar ein wenig an dem Buch zu schreiben, was seit 5 Jahren in meinem Kopf ist. Fast Forward zu Montag: Der Wecker klingelt, und plötzlich finde ich meinen Plan total doof. Will lieber liegenbleiben und später stretchen. Am Ende hab ich dann doch im Bett schon 20 Minuten das Handy in der Hand und hab nicht gestretcht und hetze den Projekten hinterher, dabei multitaske ich und lasse mich von Anrufen und Mails ablenken und esse auf dem Weg zum nächsten Termin eine Packung Kekse statt dem gesunden Essen, dass mir gestern noch vorschwebte. Kennt das jemand? Was ist aus meinen Plänen geworden?

„Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a pretty and well-preserved body, but rather to skid in broadside in a cloud of smoke, thoroughly used up, totally worn out, and loudly proclaiming ‚Wow! What a Ride!“

Hunter S. Thompson

Buch der Woche 43: 1918 – Die Welt im Fieber von Laura Spinney

Montag gestand ich meine Liebe zu Viren – und diese Woche schließe ich mit Laura Spinneys im original 2017 erschienenen Buch mit dem Untertitel „Wie die Spanische Grippe die Gesellschaft veränderte“ an.

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