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Am Ende der Sommerleseliste – Kathe’s Sommer

Mir geht es ja ähnlich wie Luise, zumindest haben sich bei mir auch weitere Bücher reingemogelt, dafür bin ich beim letzten noch nicht ganz durch, ein anderes habe ich nur angefangen. Hier ein schneller Überblick über Gelerntes, Gelesenes und Erlebtes (kleine Triggerwarnung vorab – wer Gewalt und Tod heute ausklammern möchte lässt einfach die durch ***TW eingeklammerten Teile aus):

Lernen und Demut

Hin und wieder erlebt man in den Medien Menschen, bei denen man den Eindruck hat, sie treten mit einem unangemessen hohen Selbstbewusstsein und mit einem dicken, didaktischen Zeigefinger auf. Wie kommt es, dass diesen Menschen gefühlt immer öfter eine Bühne geboten wird, obwohl doch gerade die Demut eine Tugend ist?

Hallo Herbst – am Ende der Sommerleseliste

Wem ist es aufgefallen? Die Sommerpause hat sich etwas verlängert. Und mit dem Beginn des Herbstes juckt es auch wieder in den Fingern. Passt, dass ich gerade auf den letzten Seiten des letzten Buches meiner Sommerleseliste bin. Hier ein kurzer Rückblick auf alle Bücher, die ich diesen Sommer gelesen habe. Es ist sogar eines mehr geworden.

Umsetzungsstark bis 90% oder warum bin ich eine Fertigstellungsniete?

Kennst du das auch, da arbeitest du mit Feuereifer an einer Sache und dann, wenn es fast fertig ist, verlässt dich irgendwie die Lust daran bzw. die Energie fällt schlagartig auf das Niveau einer Taschenlampen-Batterie am Ende der Nachtwanderung ab. Eigentlich sind nur noch ein paar letzte Handgriffe zu erledigen, aber es bleibt liegen und liegen und setzt Staub an und bleibt, begraben unter diversen 10% von anderen fast fertigen Sachen noch viel länger liegen.

Working 9 to 5

Super jetzt habe ich mir selbst einen Ohrwurm verpasst. Eigentlich soll es aber nicht um Ohrwürmer in diesem Artikel gehen, sondern um Arbeitszeiten.

Als ich angefangen habe im kreativen Bereich zu arbeiten, habe ich viel Grafik Design gemacht und die meisten Aufträge waren sehr kurzfristig fertig zu stellen. Das hat dazu geführt, dass ich sehr viele Bücher und Blogs gelesen habe, in denen es darum ging wie man – quasi auf Knopfdruck – Kreativität abrufen kann und Ideen bekommt. Eine Empfehlung aus dieser Zeit ist das Buch „A technique for producing ideas“ von James Webb Young. Erstmals publiziert vor fast 100 Jahren und in den 60ern als Buch veröffentlicht, bringt es kurz und knapp den typischen Prozess auf den Punkt, wie man eine Idee bekommt. Erstens sagt er, dass jede neue Idee nur die Kombination bereits bekannter Ideen oder alter Ideen ist. Neben vielen anderen Erkenntnissen wie dieser, teilt er aber auch seine Methode eine Idee zu bekommen:

5 Schritte sind dafür nötig und tatsächlich verhält es sich ganz oft bei mir genauso:

  1. Sammel alles an Informationen, die du brauchst um das Thema und deinen Arbeitsauftrag zu verstehen
  2. Filtere und sortiere diese gesammelten Schätze – Prioritäten bilden
  3. Mach etwas komplett anderes – geh spazieren, duschen oder schau einen Film
  4. Heureka die Idee ist da
  5. Gibt deine „new born baby idea“ der Kritik von anderen preis und schau ob du und deine Idee das überleben 🙂 Also wie anwendungsfreundlich bzw. nutzerfreundlich ist das Ganze.

Klingt auf dem Papier recht einfach. Doch wie kann man das in seinen täglichen Arbeitsrhythmus einbauen? Die Antwort ist: Ich arbeite nicht 9 to 5 sondern eher 9 to 9 oder in meinem Fall eher von 10 bis 1 Uhr morgens und ich mache mehrere längere Pausen.

Einer der wunderbaren Vorteile des Selbständigseins ist ja die völlig autonome Zeiteinteilung. Der eigene Biorhythmus jubiliert und als „Kreativarbeitende“ habe ich auch von Kundenseite sehr viel Verständnis, dass ich andere Arbeitszeiten habe, als Behörden oder die klassischen Kernarbeitszeiten deutscher Unternehmen. Im Homeoffice vor vielen Jahren habe ich das schon gemerkt, dass ich morgens eigentlich sehr gut nervige Dinge wegarbeiten kann, dann eine Phase habe, um Kraft zu sammeln für die nächsten Aufgaben und eine sehr produktive Phase zwischen 22 Uhr und 1 Uhr morgens habe, wo alles still ist, keine Mails rein kommen oder mein Telefon klingelt. Dafür mache ich aber auch teilweise 3 stündige Pausen, in denen ich lese, spiele oder tatsächlich mal einen Film schaue.

Wenn ich das nun reflektiere, merke ich, dass das quasi ein tägliches Durchleben der 5 Schritte von James Webb Young ist. Inklusive Schritt 3 – mach was komplett anderes. Und ich merke, das funktioniert für mich sehr gut. Das liegt aber sicherlich daran, dass ich erstens eine sehr schöne inspirierende Arbeitsumgebung habe und zweitens einen Job, der mich meistens mit Energie füllt, statt mir welche zu rauben. Außerdem bin ich eine Eule und kann sehr gut in der Nacht arbeiten.

Hinzu kommt auch noch der Erfolg der Methode. Wenn ich tatsächlich mit einem Entwurf hänge, eine Pause mache und dann wieder an den Arbeitstisch gehe, kommt sehr oft eine komplett neue Idee und die ist es dann.

Wichtig ist aber auch und das habe ich in drei Jahren Homeoffice am Anfang meiner Selbständigkeit gemerkt, eine räumliche Trennung von Arbeits- und Privatleben zu haben. Und zu Hause tatsächlich nicht mehr zu arbeiten sondern nur noch privat zu sein.

Die Vorstellung wieder in einem Unternehmen beschäftigt zu sein, mit dieser berühmt berüchtigten 8 Stunden inklusive kleiner Pausen Arbeitszeit, würde für mich nicht mehr produktiv funktionieren.

Wie sieht es bei dir aus? Hattest du schon mal die Möglichkeit völlig frei zu entscheiden, wann du wie lange arbeitest?

p.s. falls du auch durch den Titel auch einen Ohrwurm hast: Hier geht’s zum Lied mit komplettem Text la la la 🙂 und das Bild von Paris stammt von Andri Wyss.

Sommer-Leselisten

Sommerpause! Auf dem Blog. Wir sammeln Ideen, schreiben Artikel und werkeln vor uns hin. Im September könnt ihr auf dem Blog wieder mit neuen Artikeln, Empfehlungen und Gedankensprüngen rechnen. Was wir in der Zeit machen? Unter anderem werden wir lesen. Was genau? Das verraten wir Euch heute mit unseren Sommer-Leselisten.

Newsletter-Euphorie und Save the date 29. Juli

Newsletter polarisieren gefühlt immer sehr. Die einen hassen sie und halten sie für überflüssig, die anderen abonnieren nur dann Newsletter, wenn sie einen 10% Rabatt auf die erste Bestellung mit sich einher bringen und dann gibt es noch die, die viele abonniert haben aber gar nicht dazu kommen sie alle zu lesen, bis auf die zwei die wirklich toll sind und einen Mehrwert bieten und auf die man sich freut, wenn sie im Postfach erscheinen.

Genau so einen Newsletter wollen wir für euch bauen. Denn wir haben ständig noch eine Info oder einen Tipp, die noch geteilt werden sollte, die aber nirgends hin passen und zu wenig sind für einen eigenen Artikel. Was also tun mit den Fundstücken und Minischätzchen? Genau – wir schreiben einen Newsletter.

Zu den Formalitäten. Wir planen einen Newsletter pro Quartal und da dies hier ein kollektiver Blog ist, ist das natürlich auch ein kollektiver Newsletter. Soll heißen: Jede/r von uns teilt fünf Dinge mit Euch, die er oder sie teilenswert findet. Das kann eine Podcastfolge, ein Event oder ein Gedanke sein. Irgendwas, was im letzten Quartal bemerkenswert war. Daneben gibt es auch Ankündigungen für Events, die wir organisieren. Also, wenn du dich für die Frühen Eulen interessierst, findest du im Newsletter immer den Termin für die nächsten Eulen.

Abonnieren kannst du ihn hier und den ersten verschicken wir am Freitag 29.07. Nachmittag, damit du das sehr sonnig angekündigte Wochenende inspiriert und informiert beginnen kannst.

Ach ja und das ist kein Marketingtool, und das ist uns wichtig. Wir verkaufen dir nichts und es gibt auch keine versteckten Inhalte, die du nur dann bekommst, wenn du unsere vier Trillionen Euro teure Weiterbildung buchst und ein lebenslanges Abo abschließt. Du kannst den Newsletter jederzeit wieder kündigen.

BUCH DER WOCHE Nr. 48: Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr

Das Buch ist Anschluss-Literatur*. Gesehen hatte ich es schon im Buchhandel und die Haptik des Covers erinnerte mich an Alte Sorten von Ewald Arenz. Der Dumont Verlag hat da ein paar hübsche Bücher mit einer Leinwand-ähnlichen Struktur herausgegeben. Den Impuls das Buch zu lesen, hatte ich dann durch diese Rezensionen, die auf dem Rücken anderer Bücher stehen, dieses “Oh wow, ein besseres Buch habe ich niemals gelesen – Irgend eine berühmte Person oder Zeitschrift”. In diesem Fall stand dieser Kommentar auf der Internetseite zur Vorstellung des Buches “Offene See”, welches ich hier bereits vorgestellt habe und sehr mochte:

Ein intensiver und bewegender Roman, der an J. L. Carrs ›Ein Monat auf dem Land‹ denken lässt.« The Guardian

Also war ich neugierig, bestellte das Buch in der Lieblingsbuchhandlung und schmunzelte beim Abholen, weil ich das Buch ja schon mal in der Hand gehalten hatte. 

BUCH DER WOCHE #47: Creative Confidence – Unleashing the Creative Potential within us all von Tom und David Kelley

„…then he joined the design world and discovered there was more fun to be had coloring outside the lines“

Ich glaube fast jeder Mensch erinnert sich an diesen Moment, wo wir von einer Lehrkraft oder anderen Schulkindern soetwas hören wie „das ist aber häßlich“ oder „was soll das denn bitte sein?“, diesen Klirsch-moment, in dem das unbeschwerte Zeichnen, Basteln und Bauen aufhört und sich dieser Glaubenssatz „ich bin nicht kreativ“ einschleicht, aufbaut und zur self-fullfilling phrophecy wird …aus Angst wieder beurteilt und für schlecht befunden zu werden landen die Liebingsstifte, Papier und Knetmasse in der Ecke und verstauben. Bis man dieses Buch liest.

Planen ist einfach und gut, nur Tun ist schwer! Warum nur?

Es ist ein ganz normaler Sonntag – ich lasse mich vom Frühstück auf die Couch treiben – telefoniere, daddele auf Instagram. Im Kopf gehe ich die nächste Woche durch und sortiere To Dos, nehme mir vor zu trainieren und ein bisschen mehr auf meine Ernährung zu achten, und wirklich effizient meine Projekte zu erledigen und weniger aufs Handy zu schauen, auch zeitig aufzustehen um schon morgens ein wenig zu stretchen. Vielleicht sogar ein wenig an dem Buch zu schreiben, was seit 5 Jahren in meinem Kopf ist. Fast Forward zu Montag: Der Wecker klingelt, und plötzlich finde ich meinen Plan total doof. Will lieber liegenbleiben und später stretchen. Am Ende hab ich dann doch im Bett schon 20 Minuten das Handy in der Hand und hab nicht gestretcht und hetze den Projekten hinterher, dabei multitaske ich und lasse mich von Anrufen und Mails ablenken und esse auf dem Weg zum nächsten Termin eine Packung Kekse statt dem gesunden Essen, dass mir gestern noch vorschwebte. Kennt das jemand? Was ist aus meinen Plänen geworden?

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